Modelpower MPBC-60 Pro

Steller

Technische Daten

Die Modelpower-Steller bekommt man in verschiedenen Größen von 6 bis 100A und 2 bis 6 LiPos. In diesem Test geht es um den Modelpower MPBC-60 Pro, der über ein getaktetes BEC (Switchmode-BEC) verfügt und kurzzeitig bis zu 80A belastbar ist. Diesen Steller bekommt man auch in einer "Pro-B"-Version, die mit einer Einzelzellenüberwachung ausgestattet ist, sowie in einer "Opto"-Version ohne BEC. Mit 60EUR zählt der Steller zu den günstigeren Produkten. Zu beziehen ist der Steller bei Martin Schaaf (Modellflugshop).Die technischen Daten im überblick:

Modelpower MPBC-60 Pro
Dauerbelastung 60A
kurzzeitige Belastung <10s 80A
S-BEC 5V / 3A
LiPo-Zellen 2-5
NiCd/NiMH-Zellen 5-18
programmierbar Sender/Prog-Karte ja / ja
Gewicht 60g
Abmessungen lxbxh [mm] 70 x 31 x 14

Für LiPo-Zellen kann die Abschaltspannung in drei Stufen eingestellt werden (2.5V / 2.75V / 3.0V). Bei NiCd/NiMH-Zellen hat die Einstellung eine andere Bedeutung. Hier schaltet der Steller bei 60%,65% oder 70% der beim Anstecken des Akkus gemessenen Spanung ab. Insgesamt stehen drei Anlaufmodi zur Verfügung. In der Einstellung "normal" regelt der Steller unverzüglich hoch (0s). Im "soft"-Modus wird über eine Zeitspanne von einer Sekunde hochgeregelt, wenn man schlagartig Vollgas gibt. Bei "super-soft" dauert es zwei Sekunden.
Das Timing kann in drei Stufen gewählt werden. Die Stufe "niedrig" soll laut Anleitung für zweipolige Motore verwendet werden. 6-polige Motore kommen mit der Einstellung "mittel" besser zurecht. Bei hochpoligen Motoren, wie zum Beispiel Außenläufern, sollte man das Timing auf "hoch" stellen.
Sogar über einen Heli-Modus verfügt der Steller und ist damit zugleich auch als echter Regler zu bezeichnen. Dieser Modus bleibt allerding Besitzern der Programmierkarte vorenthalten. Die kommen dann auch in den Genuß, eine von 14 möglichen Melodien auszuwählen.

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Praxistest

Mit der Programmierkarte lassen sich sehr einfach alle möglichen Parameter des Stellers einstellen und dauerhaft abspeichern. Im einzelnen sind dies die Bremse (ein/aus), der Akku-Typ (NiCd, LiPo), die Abschaltspannung pro Zelle (2.5V / 2.75V / 3.0V), das Anlaufverhalten (normal=0s, soft=1s, very soft=2s), das Timing (niedrig, mittel, hoch), die Melodie, die beim Anstecken des Akkus ertönen soll (14 Stücke zur Auswahl) sowie die Möglichkeit, den Steller für Helis im Reglermodus zu betreiben (Governor-Mode).

Prog-Card

Der Softanlauf gefällt vor allem im E-Segler mit Getriebeantrieb und großer Luftschraube. Die Bremse funktioniert einwandfrei. Bisher habe ich zwei verschiedene Außenläufer an dem Steller getestet, darunter ein 10-Poler. Beide liefen einwandfrei an. Ein Graupner R-700 Empfänger arbeitet selbst unter schwierigen Bedingungen (Kabelwust ) störungsfrei, ebenso ein SMC-16Scan.
Dennoch der Hinweis, dass meine gute Erfahrung mit dem Steller - gerade in Bezug auf das S-BEC mit seiner Restwelligkeit - natürlich keine Garantie sein kann, dass jeder Empfänger in jeder Umgebung störungsfrei arbeitet. Dies mag in von Fall zu Fall völlig unterschiedlich sein.

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Belastungstest S-BEC an 10.5V (3s LiPo)

In einem ersten Test wurde das BEC mit unterschiedlichen Belastungen am Ausgang getestet und dabei die Temperaturentwicklung beobachtet. Das getaktete BEC ist angegeben mit einer maximalen Belastbarkeit von 3A. Bei einer Eingangsspannung von 10.6V kann dieser Wert bestätigt werden. Nach etwa 10 Minuten erreichte der Steller eine Temperatur von 50°C und der Test wurde abgebrochen. Eine Dauerlast von 3A ist als hoch einzustufen. Die gemessene Leistung, die das BEC verkraften muß, liegt hier bei fast 15W.

BEC Temperatur

Der nächste Test sollte zeigen, wie konstant die Spannung bei unterschiedlichen Belastungen ist. Dazu wurde der Ausgang des BECs mit einem Oszilloskop vermessen. Den Wechselspannungsanteil bei einer BEC-Last von 1A zeigt das folgende Bild:

Die Auflösung des Oszilloskops ist (wie auch bei allen weiteren Bildern) 5us/DIV und 0.1V/DIV.
Eine Periode geht über 17us. Demnach taktet das S-BEC (Wandlerschaltfrequenz) mit ungefähr 6kHz, was im Vergleich zu anderen S-BECs eher niedrig ist. Die Spannung hat eine Restwelligkeit von ca. 120mVpp. Auch dieser Wert liegt deutlich über dem anderer BECs. Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 2A (ca. 140mVpp):

Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 3A (ca. 180mVpp):

Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 3A nach einer Minute (deutliche Erwärmung, 310mVpp):

Die starke Restwelligkeit bei niedriger Frequenz kann zu Störimpulsen beim Empfänger führen. Es gibt Steller, die eine deutlich sauberere Ausgangsspannung liefern und deshalb natürlich vorzuziehen sind, wenn man das Risiko bzgl. Störanfälligkeit auf ein Minimum reduzieren möchte. Ich habe den Steller erst im Blue Yorker an 6 Servos vom Typ HS-81 ohne Probleme betrieben. Mittlerweile ist der Steller in einer 120cm-Kunstflugmaschine verbaut (4s-FePo, 4 Servos).

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Belastungstest S-BEC an 14.0V (4s LiPo)

Auch hier gilt für die Auflösung des Oszilloskops 5us/DIV und 0.1V/DIV. Das Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 1A (ca. 100mVpp):

Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 2A (ca. 130mVpp):

Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 3A (ca. 200mVpp):

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Belastungstest S-BEC an 17.5V (5s LiPo)

Auch hier gilt für die Auflösung des Oszilloskops 5us/DIV und 0.1V/DIV. Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 1A (ca. 150mVpp):

Das nächste Bild zeigt die Restwelligkeit bei einer BEC-Last von 2A (ca. 150mVpp):

Eine Belastung des BECs bei 17.5V und 3A war nicht möglich. Das Steller hat bei dieser Last abgeschaltet. Auf einen Test bei 6s-LiPo (21V) wurde verzichtet. Ich empfehle den Steller bis maximal 4s-LiPo einzusetzen.

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Weiterführende Links

RC-Network-Thread Belastungstest: Modelpower MPBC-60 Pro - BEC

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