Blue Yorker

05/2002-09/2008


Vorwort

Den Blue Yorker von Blue Airlines habe ich gebraucht ohne Servos gekauft. Das Modell erlitt beim Vorbesitzer eine Bruchstelle am Rumpf und er wurde nicht besonders glücklich mit dem Flieger. Angeblich gab es immer Probleme beim Starten.
Nach der E-Libelle sollte der nächste E-Segler auf jeden Fall deutlich größer sein und Querruder haben. Der Blue Yorker ist sogar noch mit Wölbklappen ausgestattet.
Die Motorisierungsvorschläge auf der Seite von Blue Airlines lagen zwischen 12 und 16 Zellen, allerdings mit schwereren Bürstenmotoren wie z.B. Ultra. Also müßte man den Blue Yorker doch auch mit 10 Zellen vernünftig in die Luft bekommen, oder?

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Bau

Der Bau beinhaltete für mich lediglich den Einabu der RC-Komponenten, Ruderanlenkungen, Motor und Akkurutsche. Die Flächen wiegen jeweils 792g, der Rumpf wiegt 484g. Weitere Teile, wie Kabinenhaube, Flächenstahl, Seitenruder und Höhenruder wiegen zusammen 430g. Ohne weitere Ausstattung beträgt das Gewicht des Blue Yorkers 2498g.
Hinten im Leitwerk wurden zwei HS81MG eingeklebt. Die Flächen erhielten ebenfalls HS81MG. Als Motor sollte zunächst ein 350er Torcman verbaut werden.
Das größte Problem bei einer modernen brushless-Motorisierung in so einem etwas älteren Segler ist das Einhalten des Schwerpunkts. Direkt hinter dem Motor (230g) kommt der 10-Zeller zum Liegen und auf dem 10 Zeller, ebenfalls direkt hinterm Motor, wird noch ein 4-zelliger Empfängerakku mit gut 100g benötigt. In meinem Fall verwende ich 1000er Sanyo N3US.

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Antriebsauslegung

Die Messungen des TM 350-20-14/14 ergaben folgende Werte:

Messungen TM 350-20-14/14
Luftschraube Spannung [V] Strom [A] Drehzahl [rpm] Vstrahl [m/s]
AerCC 13x8 M=45 11,0 32,1 6800 23
AerCC 15x8 M=45 10,6 43,8 6230 21,1
AerCC 16x10 M=45 9,6 42,1 4680 19,8

Die 15x8 und die 16x10 wurden an 10 Zellen RC2400 gemessen, die 13x8 an einem Netzteil. Leider geht mein Netzteil nur bis 40A, so dass die beiden größeren Luftschrauben nicht mehr mit diesem vermessen werden konnten.
Die 15x8 sorgt noch für ausreichende Strahlgeschwindigkeit und mit einem Strom von etwas über 40A sollte die Eingangsleistung ausreichend sein.

Oktober 2005, Umbau auf LRK mit Getriebe:

Der Torcman paßte besser in meine Cirrus Moth, weshalb ich dem Blue Yorker einen neuen Antrieb spendierte. Nun ist der High Torque Außenläufer mit einem Plettenberg Planetengetriebe 3.7:1 verbaut.
Dieser Antrieb dreht problemlos eine 18"x11" AerCC bei ungefähr 35A. Die größere Luftschraube hat einen besseren Wirkungsgrad, so dass die benötigte Eingangsleistung geringer ausfallen kann. Der Blue Yorker steigt mit diesem Antrieb mit ca. 3m/s. Nach etwas über einer Minute Motorlaufzeit ist eine Höhe von 200m erreicht. Das genügt in der Regel für den Einstieg in die Thermik.

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Oktober 2007, Steller mit S-BEC:

Die Firma Modelpower bietet sehr günstige Brushless-Steller mit getaktetem BEC an. Nach intensiven Tests am Oszilloskop unter Belastung des BECs mit dem CBAII entschied ich, den Steller im Blue Yorker einzusetzen.
Der Anlauf MPBC 60 Pro wird mittels der Programmierkarte auf "soft" gestellt. Damit läuft der Antrieb innerhalb von 2 Sekunden sauber hoch. Das Getriebe wird geschont. Der Steller hat keinerlei Probleme mit dem 10-poligen LRK. Der 4-zellige Empfängerakku entfällt nun. Das getaktete BEC des Stellers versorgt die 6 Servos vom Typ HS81MG.
Zur Einhaltung des Schwerpunkts müssen 100g Blei in den vorderen Rumpfbereich. Das ist zwar nicht schön, aber die bessere alltagstauglichkeit durch den Wegfall eines Akkus gleicht dies locker wieder aus.

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Fliegen

Der Blue Yorker ist mit seinen Fluggewicht von 3,6kg nicht gerade leicht in der Hand zu halten. Schaltet man noch den Antrieb zum Start auf Vollgas, dann wird man das Modell nicht allzu lange halten können.
Der Antrieb zieht den BY kräftig nach oben. Hier bestätigt sich, daß 100-120W pro Kilogramm Fluggewicht als Eingangsleistung bei einem E-Segler ausreichend sind. Mit einem Akku sind 3-4 Steigflüge möglich. Die Landung erfolgt am besten mit der Butterfly-Stellung. Der Gleitwinkel des Blue Yorkers ist recht gut. Ohne die Klappen muss die Landeeinteilung 100% stimmen.
Das Fliegen mit 10 Zellen N1700SCR hat gezeigt, dass dieser Pack zu leicht ist für den Blue Yorker. Der Unterschied zu einem GP3300er-Pack beträgt etwa 100g. Im Flug macht sich dies durch verstärktes Pumpen bei Verwendung des leichteren Akkus bemerkbar. Das führt zu deutlich schlechterer Leistung.

Mit dem Datenlogger UniLog habe ich einen Flug mit Thermikanschluß aufgezeichnet. Ein typischer Steigflug endet bei ca. 250-300m Höhe. Die Thermik ließ nicht lange auf sich warten und mit einem Steigen von 1.5m/s ging es bis auf über 500m hinauf. Die Höhe habe ich erst nach Auswerten der Daten gesehen. Beim Fliegen habe ich nicht erkannt, daß ich bereits in einer so großen Höhe kreise. Der Blue Yorker ist bei über 500m Höhe nicht mehr sauber zu steuern, da er einfach zu klein wird. Ich habe dann auch zügig die volle Bremse (Butterfly) ausgefahren, weil mir der Segler zu hoch flog. Die aufgezeichneten Daten dieses Fluges zeigt die erste Grafik.
Segelt man mit dem Blue Yorker lediglich die gewonnene Höhe ab (LogDaten zweite Grafik), dann erreicht mein BY zur Zeit Sinkraten von 1-1.5m/s. Ein Wert unter 1m/s sollte machbar sein. Da gilt es noch ein wenig zu optimieren. Der Einsatz der Wölbklappen hilft beim reinen Absegeln nicht. Das Modell sinkt schneller, wenn man mit leichter Verwölbung fliegt. An dem Punkt werde ich aber noch weiter experimentieren.

LogDaten Thermikanschluss LogDaten Absegeln

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Oktober 2007, Flugphasen:

Durch den Umstieg auf den Graupner Sender MX-22 habe ich die Möglichkeit, den Blue Yorker mit seinen vier Klappen voll auszuschöpfen. Für's Erste werden drei Flugphasen programmiert: Start, Thermik und Landung. Für die jeweilige Flugphase soll gelten:

  • Start: Auf dem Gasknüppel liegt der Motor; WK können bei Bedarf den Querrudern hinzugeschaltet werden; alle Ruder im Strak
  • Thermik: Auf dem Gasknüppel liegen die Wölbklappen (Knüppel nach hinten = Verwölbung nach unten -> Bremsen, vorn = Klappen im Strak); WK können bei Bedarf den Querrudern hinzugeschaltet werden
  • Landung: Auf dem Gasknüppel liegen WK und QR (Butterfly); WK können bei Bedarf den Querrudern hinzugeschaltet werden; Gas nach vorn = alle Ruder im Strak; Gas nach hinten (bremsen) = voll "Butterfly"

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Steckbrief

Steckbrief Blue Yorker
Spannweite 3250 mm
Rumpflänge 1350 mm
Abfluggewicht 3600 g
Gesamtflächeninhalt 69 dm2
Flächenbelastung 52 g/dm2
Servos 6 x HS81MG
Luftschraube AerCC 18x11 M=45
Motor HT LRK 350/12 10pol 12W PG 3,7:1
Steller Modelpower MPBC60Pro 3A-SBEC
Antriebsakku 10 x GP3300

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Weiterführende Links

Online-Fotoalbum zum Blue Yorker
RC-Network-Thread zum Blue Yorker

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